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sind die Türschweller - und mit ihnen durchaus nicht nur vereinzelt die an ihrer Innenseite nach vorne laufenden Kraftstoffleitungen. Vor allem die Spitzen der Seitenträger - sowohl vorne an der Kotflügelverschraubung als auch in der Rundung, in der die Schweller in den Bogen des Rahmenprofils über der Hinterachse übergehen - beherbergen chronische Rostnester. Dabei sind jeweils die Wagenheberstützen betroffen, die in ihrer morschen Umgebung ihrer Aufgabe nicht mehr gerecht werden können. Nicht selten sind in diesen Bereichen bei low-budget-Exem-plaren, die mit Minimalaufwand am Leben erhalten wurden, überlappende oder gar mehrfach übereinander gekleisterte Reparaturbleche zu entdecken, die trotz möglicherweise erfolgreicher TÜV-Abnahme kein gutes Omen verheißen. Auch die hinteren Radläute sind vorprogrammierte Rostkulturen, da hier ein ganzes Bündel von Blechen zusammentrifft.
Zu den häufig beobachteten Risikozonen zählen auch der einfach zu überprüfende, aber nur mit üppigem finanziellem Einsatz instand-zusetzende Rahmenquerträger unter dem Kühler und der Lüftungswasserkasten vor der Innenraum-Schottwand. Dessen korrosionsbedingte Perforierung ist meistens schuld daran, wenn Wasser im vorderen Fußraum steht. Meist wird dieses Übel irrtümlich einer spröden Windschutzscheibendichtung in die Schuhe geschoben... Auch hier kommt eine Reparatur sündhaft teuer, zumal sie ein weitgehendes Entblößen des Vorderwagens bis hin zur Demontage der Motor-Getriebe-Einheit bedingt. Diese Kosten können durch einfache Diagnose ver-
mieden werden: Man kippt Wasser in das Lüftungsgitter vor der Windschutzscheibe. Erscheint es kurz darauf auf den vorderen Bodenblechen - Hände weg von diesem Auto! Bei stark vernachlässigten Fahrzeugen, die für den ernsthaften Liebhaber ohnehin allenfalls als Teileträger in Betracht kommen, greift der Rost auch auf die Stehbleche in diesem Bereich über. Bei den hinteren Seitenteilen schlägt der Rostteufel an der Unterkante zu, wo diese Bleche im Spritzwasserbereich liegen. Besonders gefährdet ist aber ihr wegen Stoßstange und Rückleuchten nicht ohne weiteres sichtbarer Übergang in das mittragende Heck-Abschlußblech.
Einfacher zu diagnostizieren sind Durchrostungen um die Scheinwerfertöpfe und an den Radläufen der vorderen Kotflügel, an den Türunterkanten und an der Frontschürze unter der Stoßstange. Hier warnen jeweils Bläschen, aber nicht selten auch schon Wucherungen und Geschwüre unter dem Lack. Der Austausch der befallenen Blechteile ist zwar nicht unbedingt billig - alle diese Teile sind noch lieferbar -, aber lohnend, sofern die übrige Struktur des Wagens gesund ist. Die Chromteile erweisen sich im allgemeinen als außerordentlich alterungsbeständig. Das ist ein nicht zu unterschätzender Vorteil, denn Ersatz ist hier sündhaft teuer.
Die Coupes haben mit ihren ganz spezifischen Problemen zu kämpfen: Wasser im hinteren Fensterschacht - zurückzuführen auf poröse Scheibendichtungen und verstopfte oder zugespachtelte Wasserablauföffnungen in der tiefliegenden Sicke der Wagen flanke — bringt die Seitenteile zum »Aufblühen« und macht aus den
Armaturentafel eines 230.6 von
1974. Die seit September 1972
eingebaute elektronische Quarzuhr
wirft keine Probleme mehr auf,
auch der Tacho funktioniert hier
noch...

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