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Strich-Acht-Coupes - der 250 CE - besitzt an Stelle der antiquierten, vom Konzept her völlig ausgereizten mechanischen Einspritzung mit der kostenintensiv zu fertigenden da hochpräzisen Sechsstempelpumpe eine elektronische Benzin-einspritzung mit Kaltstart- und Warmlaufautomatik. Freilich ist diese D-Jetronic nicht auf Un-tertürkheimer Mist gewachsen, sondern wurde gemeinsam vom Volkswagenwerk - das eine Menge Geld in dieses Projekt investierte - und Bosch entwickelt, um dem auf dem US-Markt populären VW 1600 trotz der vor allem in Kalifornien drastisch verschärften Abgasnormen in Nordamerika das Überleben zu sichern. Auch für den Heimatmarkt ist die D-Jetronic im VW Typ 2 ab Herbst 1967 für knapp 600 Mark Aufpreis erhältlich, die Nachfrage hält sich aber hierzulande in Grenzen. Dem 250 CE bleibt immerhin die Ehre, weltweit das zweite Auto mit elektronisch geregelter Einspitzung zu sein. Und: Er ist das im Mutterland meistverlangte und auch meistgebaute Strich-Acht-Coupe, obwohl gerade für ihn die sonst nicht unbeträchtliche Exportquote in die USA entfällt.
Die D-Jetronic verarbeitet die durch Sensoren und mechanisch-kalorische Geber ermittelten effektiven Werte Motordrehzahl, Drosselklappenstellung, Saugrohrdruck wie auch Luft-und Kühlmitteltemperatur in einem computer-artig aufgebauten, rechts unter dem Armaturenbrett plazierten Steuergerät. Dieser Rechner bestimmt die Öffnungsdauer der elektromagnetischen Einspritzventile und damit die exakt ins Saugrohr injizierte Benzinmenge. Das Kraft-stoffsvstem dieser eigenantriebslosen Gemischaufbereitung steht ständig unter Druck, erzeugt von einer rechts hinten im Wagenheck untergebrachten elektrischen Benzinpumpe. Da die gleichbleibend geförderte Kraftstoffmenge - um Dampfblasenbildung auszuschließen - stets größer ist als die tatsächlich benötigte, läßt ein Überstrom-Druckregler den überschüssigen Kraftstoff durch eine Rücklaufleitung zurück zum Tank fließen.
Das zur Motorenfamilie M 114 zählende CE-Triebwerk fußt auf dem 2,5-Liter-Vergasermotor des Typs 250. Der mit 9,5: l relativ hoch verdichtete Sechszylinder leistet bei 5.500/min 150 PS. Die spezifische Leistung von 60,1 PS/I deutet auf ein deutlich sportliches Profil hin. Deutschlands zeitgenössische kleine »Feuerzeuge« vom Format eines NSU 1000 TT oder Opel Rallye-Kadett begnügen sich mit einer geringeren Literleistung. Nur der heiße BMW 2002 TI zieht in dieser Disziplin gleich. Das maximale Drehmoment der 250 CE,-Maschine ist mit 21,5 mkg nur unwesentlich über dem des zugrundeliegenden Vergasermotors angesiedelt, steht aber erst bei 4.500/min (an Stelle von 3.600/min) zur Verfügung. Das D-Jetronic-Triebwerk muß und will zum adäquaten Vorwärtsdrängen gedreht werden - und tut das mit Bravour. Der elektronische Einspritzer reagiert blitzschnell und auf begeisternde Weise bereits auf geringe Gaspedalbewegungen, »hängt« sprichwörtlich am Gas, kommt allen Kommandos ohne Verzug nach - bis hin zu einer gewis-
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Das Herz fies 250 CE, der Einspritzmotor M 114.980 mit elektronisch gesteuerter Bosch
D-Jetronic.

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recht schwierig gestalten, wenn der Offnungs-winkel der großen Türen durch benachbarte Fahr/enge begrenzt wird. Für den Durchstieg nach hinten ist die von den großen 280 SE-Coupes (W 111) übernommene Unrerdruck-Arretierung der Vordersitzlehnen von Bedeutung: Sobald der Motor gestartet wird, schieben sich kräftige Haken über die Verriegelungszapfen. Die Freigabe erfolgt entweder durch Öffnen der Tür, vom Fond aus durch Betätigen eines Druckknopfes in der Verkleidung des Türholms oder aber durch Abstellen des Motors.
Liegesitze mit verchromten Beschlägen zählen zur Serienausstattung. Der in der 250-Li-mousine zwar hauchzart anklingende, aber arg zurückhaltende Prunk wird für die Coupe-Version ein wenig gesteigert: Durchgehender Teppichboden - auch vor dem Rückfenster auf der Hutablage - und splittersicheres, da auf einen Aluminiumträger aufgeklebtes Edelholzturnier am Armaturenbrett vermitteln wenigstens eine Andeutung von Luxus. Von der Prachtentfal-tung etwa eines Jaguar ist man aber Lichtjahre entfernt...
Dagegen hat man triebwerkstechnologisch einige Register gezogen: Die Einspritzversion des
Längs- und Querschnitt durch den
Sechszylinder M 114 des 250 CE
Coupe.

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