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Die Prager Karlsbrücke — hier
der Blick vom Kleinseitner
Brückenturm — war zwar 1968
schon seit einigen Jahren für
den Fahrzeugverkehr gesperrt,
dient hier aber einem 200/8 als
historische Staffage.

unterquadratischen Auslegung erreicht: Neben der Übernahme der Kurbelwelle des Typs 200 (Hub dementsprechend 83,6 Millimeter) wurde die Zylinderbohrung stark erweitert - von 87 Millimeter beim 220 auf nunmehr 93,75 Millimeter. Aus dem Langhuber ist ein zeitgemäßer, ausgesprochen überquadratisch definierter Motor geworden. Der Hubraum ist auf 2.277 cm' angewachsen - eigentlich schon Sechszylinder-Domäne, sieht man von knorrigen britischen Sportwagenmotoren und dem Triebwerk der »Göttin« Citroen DS 23 ab. Dazu muß man auch die soziopsychologische Komponente in Betracht ziehen: Die Zylinderzahl eines Wagens zeugte schon von jeher vom gesellschaftlichen Status seines Eigners - sofern es der Erstbesitzer ist. Für eine etwas gehobenere Käuferschicht hat Daimler-Benz den triebwerkstechnisch eher unterlegenen 230.6 im Programm.
Die Überarbeitung des größeren Vierzylinders beschränkt sich nicht allein auf die Zylinderabmessungen. Um einen gesünderen Wärmehaushalt zu bewirken, wurde der Thermostat zum Kühlmitteleinlaß verlegt. Der Solex/Strom-berg-Flachstromvergaser war sacht zur Type 175 CDT mit Startautomatik weiterentwickelt worden. An der Motoraufhängung hatte man viel
behält die US-Version des 220 auch die Fallstromvergaser des Vorgängermodells.
Der 200/8 beschleunigt laut lest der Zeit-schrift mot aus dem Stand in 15 Sekunden auf 100 km/h. Während sich der Zweihunderter in Händen von mot hart tut, die allerdings vom Hersteller als Maximum genannte 160 km/h-Marke /.u durchbrechen, läuft ein von den Amtsbrudern bei auto motor und sport gefahrenes, oflensichtlich kräftig nach oben streuendes Exemplar glatt 166 km/h und erledigt den Stan-dard-Sprint in 14,5 Sekunden (Werk: 15,2 Sekunden). Das sind schon beinahe Werte, wie sie Daimler-Benz für den 220/8 nennt: 168 km/h bzw. 13,7 Sekunden. Exakt diese Spitze erreicht ein von auto motor und sport getesteter 220, beschleunigt allerdings mit 13,2 Sekunden einen Tick schneller.
Es ist ein schlichter weißer 220, der am 9. Mai 1968 als zweimillionster Mercedes-Benz-Personenwagen der Nachkriegsproduktion die Endmontage in Sindelfingen verläßt. In einer Feierstunde wird dieses Auto der Fernsehlotterie »Ein Platz an der Sonne« gestiftet, wo er verlost wird.
230.4
Im August 1973 wird der nicht eben heißgeliebte 220 durch den 230.4 ersetzt. Die Vier als Suffix soll diesen Typ vom Sechszylinder gleichen Hubraums unterscheiden und wird werksoffiziell durch einen Punkt von der Typenbezeichnung getrennt - nicht etwa durch einen Schrägstrich, wie häufig in neueren, aber auch in zeitgenössischen Quellen zu lesen ist. Bei den der Fachpresse zur Verfügung gestellten Vorserienmodellen ist auf dem Kofferdeckel eine im Vergleich zur Ziffernfolge des verchromten Typenkennzeichens etwas kleiner gehaltene und von diesem durch eine Lücke getrennte Vier zu sehen. In die Serie wird jedoch die »Heck-Schreibweise« 230.4 auf gemeinsamem Chromstab eingeführt.
Die Umgestaltung der Triebwerkscharakteristik wurde in erster Linie durch die Aufgabe der
Vierzylinder mit so viel Hubraum
sind nicht gerade häufig... Letzte
Version des Typenkennzeichens mit
Punkt auf gemeinsamer Fußleiste
zwischen Modellbezeichnung und
Zylinderzahl.

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