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die Steuerzeiten neu bestimmt. Daraus ergibt sich ein flacherer Verlauf der Drehmomentkurve im unteren Tourenbereich, sprich bessere Elastizität. Der verbesserten Laufruhe der neuen Vierzylinder dienen stärker dimensionierte Motorlager.
Eine noch tiefgreifendere Maßnahme stellt die Neugestaltung des »Gaswerks« dar: Während der Flossen-200 noch über eine äußerlich recht sportiv wirkende Zwei-Vergaser-Anlage, bestückt mit herkömmlichen Solex-Fallstromver-gasern der Bauart 38 PCSJ-2, verfügte, kommen die beiden Strich-Acht-Nachfolger nun mit einem einzelnen Flachstromvergaser aus, ohne Füllungsverluste zu erleiden. Grund dafür ist die Verwendung des Typs Stromberg 175 CDS mit einem Lufrtrichter-Nenndurchmesser von 1,75 Zoll - von diesem Maß rührt die Typenbezeich-nung her - gleich 44 Millimeter. Dieser Vergaser wird von DVG-Solex nach einer US-Lizenz gefertigt, entspricht im Aufbau dem klassischen britischen Skinner-Union-Vergaser (SU) und arbeitet nach dem Gleichdruckprinzip: Die Ge-mischaufbereiuing wird dabei den jeweiligen Betriebsverhältnissen durch eine als Dosiervorrichtung füngierende, hochpräzise gefertigte Düsennadel angepaßt, die an einem Kolben befestigt ist, der wiederum über eine Membran durch den Unterdruck im Saugrohr gesteuert wird. Dadurch bleibt die Luftgeschwindigkeit konstant. Die in der zugehörigen Hauptdüse auf- und abgehende Düsennadel öffnet variable konische Querschnitte und vermag so das Mischungsverhältnis sehr fein zu regulieren. Die positive Auswirkung besteht in makellosen Übergängen - ohne etwa die übliche Beschleunigerpumpe in Anspruch zu nehmen. Diese Tugend ist für den Fahrer in Form eines spontanen Ansprechens auf Gaspedalbewegungen und einer gesteigerten Elastizität vor allem im unteren Drehzahlbereich angenehm zu verspüren. Die optimierte Gemischversorgung wird durch einen erweiterten Ansaugtrakt ergänzt. Im Herbst 1970 ersetzt eine Startauiomatik die landläufig als »Choke« bezeichnete manuelle Startvorrichtung.
Bei allen ihren unbestrittenen Stärken sind diese Düsennadel-Vergaser nicht auf Erzielung eines möglichst günstigen Verbrauchs hin konzipiert. Ein Kraftstoffkonsum von 15 1/100 km und mehr bei temperamentvollem Fahrstil stellte auch vor dreißig Jahren keinen Wertmaßstab für einen bürgerlichen Zweilitermotor dar-das Automagazin mot protokolliert noch halbwegs zivile Testschnitre von 13,2 bzw. 13,51/100 km, während die Stuttgarter Kollegen von auto motor und sport mit 200/8 und 220/8 bereits auf Mittelwerte von 15,3 bzw. 15,4 1/100 km kommen. Dagegen spielt ein zweites mangelhaft erfülltes Kriterium zumindest in der europäischen Gesetzgebung noch keine herausragende Rolle: die Konformität gegenüber den strikter werdenden Abgasbestimmungen. Gerade hier macht der im übrigen zuverlässige und gegenüber dem SU weitaus standfestere, auch in der Serie 140 von Volvo verwendete Stromberg keine sonderlich gute Figur. Aus diesem Grunde
200 l) (\\ 115) im Februar 1969. bitter notwendigen Verringerung des Ölverbrauchs bei höherer Laufleistung: Dazu tragen ein anderer Kolbenwerkstoff und je drei breitere und molybdän-veredelte, dadurch hitze- und
Vorserienausgabe des Typs 200 korrosionsbeständigere Kolbenringe bei. Die
(W 115). 1967, in Suditalien. Nockenwelle erhielt ein verändertes Profil, das

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