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Das fortschrittliche Fahrwerk der Baureihe W 114/115
öffnet neue Perspektiven

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Das berühmte treffsichere Zitat »Opas Mercedes ist tot« der praxisorientierten Stuttgarter Fachzeitschrift mot bezieht sich wohl weniger auf das /.war aparte, aber doch mehr oder minder unauffällige Styling als auf das völlig neu konzipierte Fahrwerk der Strich-Achter. Der Übergang zur hinteren Einzelradaufhängung stellt zwar keine unbedingte Sensation dar - zu häufig und durch die immer wieder im öffentlichen Straßenverkehr auftauchenden Versuchsträger auch hinlänglich fundiert waren die von den frühen sechziger Jahren an geäußerten diesbezüglichen Spekulationen und Vermutungen renommierter Fach-Journalisten -, wohl aber eine kleine Revolution: Immerhin haben wir bei Daimler-Benz nach beinahe vier Jahrzehnten die radikale Abkehr von jeglicher Art von Pendelachse vor uns. Schenkt man den werksoffiziellen Mitteilungen Glauben, wird das nicht ohne weiteres klar: Der Hersteller bezeichnet die neue Konstruktion etwas irritierend als »Diagonal-Pendelachse« -vielleicht, um die damals durchaus nicht seltenen konservativen Kunden behutsam an die veränderte Fahrwerkstechnik heranzuführen.
Neu oder gar eine Daimler-Benz-Erfindung ist die Schräglenker-Hinterachse freilich nicht: BMW verwendet sie seit 1962 in der mit dem Typ 1500 begonnenen »Neuen Klasse«, im Porsche 911 unterdrückt sie heckmotortypische Fahreigenschaften, dem Rolls-Royce Silver Sha-dow verleiht sie einen progressiven Touch und selbst im ewigen Käfer kommt sie zu .Ehren -wenn auch vorerst nur in der Halbautomatik-Version des VW 1300 des Modelljahrgangs 1969. Ihren Einstand erlebte sie aber in Italien: 1947 wurde dort für Lancia eine »unabhängige Hinterradaufhängung mit schrägstehenden Längslenkern« patentiert, die dann beim legendären und sportlich so erfolgreichen Typ Aurelia in Serie ging.
Bei der Mercedes-Benz-Doppelbaureihe W 114/1 15 werden die Hinterräder an Lenkern geführt, deren Drehachsen schräg zur Fahrtrichtung liegen. Die Position dieser Drehachsen ist so gewählt, daß die Pendellänge der Räder in vertikaler Achsebene fast so groß ist wie die Spurweite. Dadurch ändert sich der Sturz beim
Bei der »Diagonal-Pendelachse« alias Schräglenker-Hinterachse sind Radßihrungs- und
Antriebskomponenten voneinander getrennt an einem Achsträger montiert, der wiederum in
drei Gummilagern mit der Raljmenbodenanlage verbunden ist.

Die Gleichlaufgelenke der Antriebswellen ermöglichen auch bei vollem Durchfedern eine
gleichmäßige Übertragung des Antriebsmoments auf die Hinterräder.

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