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Durchfedern nur in sehr geringem Maße. Angesichts dieser Sturzkonstanz sind die bisher Mercedes-typischen hinteren »O-Beine« - der Fachmann spricht vom »positiven Sturz« - beim jähen Bremsen und bei flotter Kurvenfahrt nun passe. Die neue Schräglenker-Hinrerachse reduziert die Spur- und Sturzänderungen der bisherigen, in ihrer Endphase zweifellos hochentwickelten Eingelenk-Pendelachse mit tiefliegendem Drehpunkt um die Hälfte. Die beim Bremsen auftretenden Momente werden über die Lenker abgestützt. Hierdurch wird ein Ansteigen des Wagenhecks fast völlig eliminiert. Radführung und Antrieb sind völlig voneinander getrennt. Die Kiemente der Radaufhängung sind an einem bumerangformigen Hinterachsträger montiert, der an drei Punkten unter Verwendung weicher Gummilager mit der Rahmen-Bodenanlage verbunden ist und in leiser Reminiszenz an die Vorgängermodelle als eine Art Fahrschemel bezeichnet werden könnte. Die Räder werden durch Doppelgelenkwellen mit Gleichlaufgelenken angetrieben. Je eine Schraubenfeder und ein Teleskop-Stoßdämpfer pro Rad und ein Drehstab-Stabilisator ergänzen das Konzept auf gewohnte Weise.
Als Sonderausstaming ist eine hydraulische Niveauregulierung lieferbar, die ein Absinken des Wagenhecks - etwa bei Anhängerbetrieb oder bei vollem Beladen des Kolferraums — verhindert. Dabei werden die hinteren Stoßdämpfer durch Federbeine ersetzt, die durch Öldruck verstellt werden können. Die dafür zuständige Ölpumpe wird direkt vom Motor angetrieben und von einem Höhenregler im Wagenheck gesteuert. Steht der Wagen waagrecht, wird die Ol-zufuhr abgestellt. Bei Entlastung des Hecks strömt das Öl aus den Federbeinen zurück. In der Wirkung vergleichbar mit Citroens Hydro-pneumatik, in der Funktion aber ganz unterschiedlich, nimmt die Karosserie mit diesem gar nicht so selten georderten Extra beim Luifenlas-sen des Motors sofort die Normallage ein.
Die Vorderachse wird vom Werk als Neukonstruktion bezeichnet, entspricht aber im Grunde der bisherigen Doppelquerlenker-Bauweise mit Abstützung durch je eine Schraubenfeder pro Rad. Eine Bremsnickabstützung sorgt für den »Anti-Dive«-Effekt: Durch die Verschränkung der Querlenkerachsen gegeneinander wird das unangenehme Eintauchen des Wagenbugs weitgehend eingedämmt. Die Querlenker sind zur besseren Geräuschdämpfung und Erhöhung des Fahrkomforts am Vorderachsträger in Gummi gelagert. Sämtliche Gelenke sind nun wartungsfrei ausgeführt, das vor allem bei längeren Urlaubsfahrten lästige, da alle 5.000 Kilometer fällige Abschmieren gehört der Vergangenheit an.
Die Lenkung zählt nach wie vor zur Kugelumlauf-Bauart - der Lenkfinger wurde aber durch ein Zahnsegment ersetzt, das kleinere Lenkkräfte beim Einparken und einen größeren Radeinschlag gestattet und dadurch den Wendekreisdurchmesser gegenüber der »kleinen Flosse« um 80 Zentimeter reduziert. Ein hydraulischer Dämpfer hält die Lenkung - wie bei den bisherigen Modellen - weitgehend frei von Fahr-
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Grazil manovriete Kreisbabmversitche mit einem 250 C Coupe, Jahrgang I968. Die ab-
solute Spurtrene ist fur (las hochentwickelte Strich-Acht-Fahrwerlt charakteristisch.

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Doppelqnerlcnker-Vorderachse.
Die Achsschenkel sind auf jeder Seite über zwei wartungsfreie Kugelgelenke an tlen Qiier-
lenkern montiert.

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