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wird. Immerhin findet sich diese ergonomisch gelungene Steuerungsapparatur - nur relativ gelinde modifiziert — drei Jahrzehnte und Fahr-zeuggenerationen später noch an gewohnter Stelle. Im Prinzip ist sie noch immer mit vergleichbarer Dienstleistung betraut. Die Elektro-pumpe der Scheibenwaschanlage wird bei der Baureihe W 114/115 allerdings noch auf sehr etablierte Weise per Betätigungsknopf im Fußraum in Gang gesetzt.
Dagegen nimmt die Frischluftzufuhr bei den Strich-Achtern grundlegend neue Wege: Während sich die drei Mercedes-Hauptbaureihen der fünfziger und sechziger Jahre - 170 S/220 (W 187), »Ponton« und »Flosse« - mit Defrosterschlitzen vor der Windschutzscheibe und zierlichen seitlichen Belüftungsöffnungen an der Armaturentafel begnügen mußten, wird der Luftdurchsatz bei der vierten Nachkricgsge-neration durch eine Reihe wirkungsvoller Maßnahmen um ein Vielfaches gesteigert. So sind die beiden runden Seitenbelüftungen im Durchmesser deutlich gewachsen, verfügen über schwenkbare Luftleiteinsätze und können über Handhebel gesteuert werden. Die Mitte des Armaturenbretts wird nun von der sogenannten »Sommerbelüftung« - einem direkten quadratischen Frischlulteintritt mit schwenkbaren Jalousien, vielfältigen Luhverieilungs- und Mischungsmöglichkeiten und durch Drehschalter betätigtem dreistufigen Gebläse - beherrscht. Auf Sonderwunsch ist eine Klimaanlage lieferbar. Die Entlüftung des Innenraums geschieht durch Kiemen an den C-Säulen, die von den Alu-Blenden der Dachrinnenfortsetzung verdeckt werden.
Die Armaturenanlage macht zwar von der Bestückung her einen gediegenen Eindruck und die chromumrandeten Instrumente vermitteln unverändert klassische Qualität, das Finish des Kommandopultes wirkt indes ebenso spartanisch und antiseptisch wie der Rest der Innenausstattung. Die matten Kunststoffoberflächen im freudlosen »Preßpappe-I.ook« (Zitat aus auro motor und sport) mögen in ihrer Sterilität einfach nicht so recht zur Preisklasse der Wagen passen. Bescheidenes Holzfurnier gibt es erst beim einstweiligen Spitzenmodell 250. Die Polster- und Verkleidungsstoffe sind zwar - wie man dreißig Jahre später weiß - von hoher Qualität und Haltbarkeit und nach wie vor überdurchschnittlich strapazierfähig, in puncto Farbgebung und Dessin aber alles andere als aufwendig gestaltet. Die Zeitschrift mot spricht bei einer Modellberatung in einer für das Jahr 1969 nicht immer selbstverständlichen Offenheit von einer »nicht geschmackssicheren« Ma-terialauswahl im Interieur. Gerippte Gummimatten, zur Vermittlung eines Komfortgefühls dick unterschäumt, sind einem Taxi sicher angemessen, zumal sie leicht sauberzuhalten sind. Bei einem Automobil der gehobenen Mittelklasse erwartet man jedoch mit Fug und Recht gewebten Teppichboden, der nur als aufpreis-pflichtige Sonderausstattung erhältlich ist. Nur beim 250 ist wenigstens der Fondfußraum mit Boucle ausgelegt. Man wird jedenfalls den Ver-
Start kann sich nun ein paar Millisekunden
früher vollziehen...

Eine für die Mittelklasse durchaus bahnbrechende Neuerung ist links unter dem Lenkrad /.u entdecken: der bereits aus der Doppelbau-reihe W 108/109 bekannte Multifunktionshe-bel, mit dem Blinker, Lichthupe und die Scheibenwischer - für diese stehen durch einen kleinen Kippschalter zwei Geschwindigkeiten zur Verfügung - betätigt werden und das Auf-und Abblenden der Scheinwerfer vollzogen
Die ab September 1968 wahlweise
lieferbaren variieren Kopfstützen,
die erst ab Frühjahr 1973 zum
serienmäßigen Lieferumfa»g
zählten (Foto vom Januar 1969).

Fond fies etwas behaglicher ausge-
kleideten 250.

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