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jenen Jahren eine noch etwas naiv anmutende Geheimniskrämerei. So werden auch die Mulet-tos der kommenden Mittelklasse-Baureihe von Mercedes-Benz durch Heckflossenandeutungen und potthäßliche, über die gesamte Wagenfront reichende Barockgrills verunstaltet. Wie ein Späherfoto in auto, motor und sport im Januar 1965 zeigt, ist der Pavillon allerdings der endgültige: Wagendach und Fensterfront zeigen unverkennbar die typische Strich-Acht-Silhouette. Daß unter den kompakten Autos ein modernes Fahrwerk stecken muß, beweisen spektakuläre Fahrmanöver bei müheloser Beherrschbarkeit durch die Testfahrer bei winterlichen Straßenverhältnissen.
Die in der Fachpresse immer wieder auftauchenden Spekulationen, daß für die zu erwartende mittelgroße Baureihe der verblichene Namen einer der vier Auto Union-Marken -beispielsweise Wanderer - wiederbelebt werden könnte, erweisen sich trotz vorhandener handelsrechtlicher Basis als gegenstandslos. Zum l.
Januar 1965 verkauft Daimler-Benz zwar seine Mehrheitsbeteiligung an der Auto Union GmbH für 296 Millionen Mark an das Volkswagenwerk - und wird sich bei dieser Transaktion einen langsam heranwachsenden Konkurrenten namens Audi einhandeln. Allerdings wird die ursprüngliche Düsseldorfer DKW-Produktionsstätte für den künftigen Mercedes-Benz-Transporterbau zurückbehalten, und vorerst auch für alle Eventualitäten die Rechte an den Warenzeichen Horch und Wanderer. Im Sommer 1984 verlängern die Untertürkheimer diese Registrierung nochmals um 20 Jahre, ohne eine Nutzung zu planen. 1993 werden die Fabrikmarken aber in einem nomenklatorischen Deal - Daimler-Benz sichert sich dabei die alleinigen Rechte an der aus den dreißiger Jahren stammenden Bezeichnung »Silberpfeil« - auf die Audi AG zurückübertragen.
Alle Welt erwartet das Debüt der auf den ersten Blick serienreif erscheinenden Mercedes-Mittelkläßler für die Internationale Automobil-
Belastungsversuche mit einem Vor-
serietifahrzeug.

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