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115. Die formale Paarigkeil wird Anfang 1965 endgültig verworfen, um die Käuferpsyche nicht unnötigen Zwängen auszusetzen, die tief in den Entwicklungsprozeß eingebundene zweifache Bauimisier-Bezifferung bleibt aber erhalten. Drei Jahrzehnte später wird sich die Geschichte übrigens wiederholen: Die E-Klasse mit dem Vier-Augen-Gesicht (W 210), vom stilistischen Konzept anfänglich ebenfalls in Ober- und Unterschicht unterteilt, wird schließlich genauso als homogene, äußerlich kaum zu differenzierende Baureihe vorgestellt.
Nach der Limousine als Volumen-Variante nehmen im Frühjahr 1965 auch die beiden weiteren, frühzeitig geplanten Karosserieversionen Coupe und Kombi mit offiziellem Segen ihre für die Serienfertigung vorgesehene Gestalt an. Während das Coupe seiner Realisierung entgegensehen kann, wird das T-Modell aus Kapazitätsgründen zurückgestellt. Diese immer beliebter werdende Aufbauart, die ihren Nutz-fahrzeugcharakter längst abgeschüttelt hat, geht erst bei der Nachfolgegeneration W 123 in Serie — übrigens praktisch mit der für die Baureihe W 114/115 vorgesehenen Heckgestaltung.
Auch die am Mittelklasse-Projekt arbeitenden Maschinenbauer sind nicht untätig gewesen: Das durch die neue Schräglenker-Hinterradauf-hängung ä la BMW l 500/1800 charakterisierte Fahrwerk ist gleichfalls im Grundkonzept fertig. Die Abkehr von der Hingelenk-Pendelachse zählt zum Unifang des Lastenheftes von 1961. Seitdem wird an der Einzelradaufhängung gearbeitet. Fünf verschiedene Konzepte werden nacheinander bis hin zur Erprobung im Fahrversuch -zunächst unter der Flossenkarosse - erstellt. Das mechanische Gesamtkonzept - Fahrwerk, Triebwerk und Kraftübertragung - wird Ende 1963 festgelegt. Im Winter 1964/65 sind die ersten, großenteils handgedengelten Prototypen fertig. Obwohl nahezu jeder halbwegs automobilistisch Vorgebildete weiß, was unter dem handgestrickten Blech steckt, betreiben die Autohersteller in
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die 1965 vorgestellt wird. Im August 1964 ist ein lebensgroßes Tonmodell fertig, das in seiner Linienführung, aber auch in der Mehrheit der architektonischen Teilbereiche und bei den meisten Stilelementen das spätere Serienprodukt zeigt.
Am 13. Oktober 1964 fallt innerhalb des Stylingteams — in Gegenwart des Vorstandes - die sogenannte »Formentscheidung«. Nun kann dieses quadratisch betonte Formkonzept mit seinem irgendwie südeuropäisch anmutenden latin styling seine Feinbearbeitung im Detail erfahren. Von Anfang arbeiteten die Stilisten an zwei alternativen Frontansichten: Die preisgünstigeren Vierzylinder sollen sich durch ihre von den Scheinwerfern beherrschten »Gesichtszüge« unterscheiden - ein etwas nackt wirkender Bug mit waagrechten Leuchteinheiten für das untere Ty-pensegment, während die schließlich in die Tat umgesetzten Vertikal-Scheinwerfer im Anklang an die großen S- und SE-Modelle den »besseren« Versionen vorbehalten bleiben sollten. Aus dieser ursprünglichen Doppelstrategie stammen noch die beiden innerhalb der gleichen Baureihe verwendeten Baumuster-Codes W 114 und W
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So sollten ursprünglich die Vier-
zylinder aussehen: horizontale Leuchteinheiten an einem etwas kahl wirkenden Bug... |
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Nach der Limousine erreicht der
ursprünglich fest eingeplante Kombi fast Serienreife, wird aber aus Griinden der Fertigungskapa- zität wieder abgesetzt. |
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