|
|
|||||||||||||||||
|
|
|
|
|||||||||||||||
|
|
|||||||||||||||||
|
|
Die Entwicklungsgeschichte der Baureihe W 114/115
|
||||||||||||||||
|
|
|||||||||||||||||
|
|
|
|
|||||||||||||||
|
|
Es entspricht seit Jahrzehnten gepflogener Daimler-Benz-Tradition, die man erst ab Januar 1993 mit Helmut Werners internem Arbeitspapier »Strategische Neuausrichtung« ausklingen läßt, daß bei einer Modellvor-stellung unverzüglich mit der Umwicklung des Nachfolgers begonnen wird. In diesem Sinne laufen im Spätsommer 1961, als die »kleine Flosse« auf den Märkten eingeführt wird, die grundlegenden Arbeiten an der Folgegeneration der Mittelklasse an. Sachwalter des Gesamtkonzepts ist der Chefingenieur des Hauses, Dr.-Ing. Fritz Nallinger, der 1965 von Dr. Hans Scherenberg abgelöst wird. Formgebung und Blech-Struktur obliegen dem Österreicher Karl Wil-fert, Chef der Karosserieentwicklung der Personenwagen und »Vater« des legendären 300 SL. Für die Ausarbeitung der Haute Couture der Flossen nach folger ist Paul Bracq zuständig, Franzose aus dem weinverwöhnten Bordelais, Leiter der Hauptabteilung Karosserievorentwicklung, seit 1957 bei Daimler-Benz. Ihm zur Seite steht - quasi als Styling-Assistent - der spätere Design-Chef Bruno Sacco, damals noch Inhaber eines italienischen Passes. Er war drei Jahre zuvor aus Udine in der Provinz Friaul nach Schwaben gekommen.
Eindeutige Vorgaben aus der Vorstandsetagc, einem Dringlichkeitsantrag von Nallinger aus dem Jahre 1960 entsprechend: Loslösung von der Einheitskarosserie und damit eigenständige Aufbauten für die Mittelklasse, kompaktere Außenabmessungen bei möglichst wenig beeinträchtigtem Innenraum und Abkehr von jeglichen stilistischen Modetrends. Eine raumökonomisch konzipierte Fahrgastzelle wirft keine größeren Probleme auf, dagegen erweist sich die Findung der eigentlichen Formidee als langwieriges Unterfangen. Stilistisch verharrt man zunächst noch bei einer entschärften Trapezlinie, die allerdings international — siehe Trendset-ter Chevrolet Corvair - längst dabei ist, außer Mode zu geraten.
Ab Frühjahr 1963 werden Tausende von Umrißzeichnungen, Detailskizzen und Ge-samtansichten im Sinne einer permanenten Formdiskussion bewertet, aussortiert oder weiterverfolgt. Erst die Dreidimensionalität
|
|
|||||||||||||||
|
|
|||||||||||||||||
|
|
eines guten Dutzends von Holz- und Gipsmodellen im Maßstab 1:5 läßt die Qualitäten der in die engere Wahl gezogenen Entwürfe erkennen. Einige wenige davon schaffen eine Realisierung im Maßstab 1:1 — um wieder verworfen zu werden. Nach einer im wahrsten Sinne des Wortes schöpferischen Pause wenden sich die Sindelfinger Stilisten mehr und mehr einer schlichten, quadratisch orientierten Linienführung zu. Die Silhouette nähert sich deutlich den Konturen der fast produktionsreifen Oberklasse-Baureihe W 108/109 - noch heißt die S-Klasse nicht so -,
|
|
|||||||||||||||
|
|
Karl Wilfert (1907-1976), Leiter
der Karosserieentwicklung Pkw im Kaiige eines Abteillingsdirektors.
Alles andere als unbeteiligt an der
stilistischen Ausarbeitung des Strich-Acht-Konzepts — der spätere Design-Direktor Bruno Sacco, hier 1996 bei der Verleihung des Preises »Designer der Designer« durch den ehemaligem Formel-1- Weltmeister Jackie Stewart in Birmingham. |
|
|||||||||||||||
|
|
|||||||||||||||||
|
|
|||||||||||||||||
|
|
|
|
|||||||||||||||
|
|
|||||||||||||||||
|
|
|||||||||||||||||
|
|
|
|
|||||||||||||||
|
|
|||||||||||||||||