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die über den Umfang einer bloßen Modellpflege hinausgeht und in einer neuen Typenbezeich-nung resultiert: 200. Die Zylinderabmessungen und damit der modellbezeichnungsspendende Hubraum des Ottomotors wurden dem Diesel angeglichen. Eine fünffach gelagerte Kurbelwelle trägt zur Laufruhe des Vierzylinders bei. Eine Zwei-Vergaser-Anlage wirkt zusammen mit einem erhöhten Verdichtungsverhältnis als Dope und bringt auf dem Papier 95 PS. Die 15 Zusatzpferde machen den 200 160 km/h schnell, aber auch durstig: Mit 14 bis 16 1/100 km muß der Eigner einer Benzin-Flosse schon rechnen, wenn er zügig unterwegs ist. Analog zum 200 kommt der 200 D auf den Markt -mit unveränderten Motorabmessungen und Leistungsdaten, aber nun ebenfalls mit fumffach gelagerter Kurbelwelle. Der Dieselanteil sinkt bei den Zweihundertern unter 60 Prozent.
Gleichzeitig wird die Baureihe W 110 um eine dritte Version ergänzt - den 230, bei dem der auf 105 PS gedrosselte Sechszylinder des großen 230 S unter die kürzere Haube trans-plantiert wurde. Der 230 wird schnell des exzessiven Saufens bezichtigt, denn 18 1/100 km und mehr sind in dieser Klasse nicht mehr hinnehmbar. Der größere und stärkere 230 S ist deutlich sparsamer - also erhält der 230 im August 1966 dessen komplexe Registervergaseranlage, leistet nun 120 PS, die knapp 180 km/h und 12 Sekunden von Null auf 100 km/h ermöglichen, und begnügt sich fortan mit maximal 16 Litern Super auf 100 Kilometer. Etwas über 40.000 Exemplare werden vom 230 gebaut - für den immerhin 11.950 Mark teuren Debütanten kein schlechtes Ergebnis.
Äußerlich ist die Zweitauflage der »Kleinen Flosse« an den zusätzlichen Leuchteinheiten unter den Scheinwerfern, die die Nebel-, Park- und Blinkleuchten enthalten und der vorher etwas kahlen Wagenfront ein sympathischeres Antlitz verleihen, und den nun trapezförmigen Heckleuchten zu erkennen. Trotz der vergleichsweise bescheidenen stilistischen Tricks sind die Wagen klar hübscher geworden. Den Diesel gibt es ab Frühjahr 1967 in einer um beachtliche 40 Zentimeter gestreckten Langversion, die eine ausgesprochene Rarität bleibt. Auch der offiziell über die Daimler-Benz-Verkaufsorganisation vertriebene, von I.M.A. in Belgien gebaute W 110-Kombi ist nur selten zu sehen.
Im Februar 1968 heißt es von den Heckflos-sern Abschied nehmen. 628.282 Wagen sind von beiden Generationen entstanden. »Schwalbenschwanz« heißen diese Autos noch heute im Volksmund - bei Insidern aber auch »Rostflosse«. Denn der rotbraunen Pest gegenüber erwiesen sich die großen Autos als weniger resi-stent als ihre Ponton-Vorgänger. Sicher erwartet nun mancher von den radikal umstrukturierten Nachfolgern der »Strich-Acht«-Reihe auch in dieser Disziplin Besserung. Diese Hoffnung wird sich aber fatalerweise als trügerisch herausstellen...
ereignet. Die Charakteristik;! lauten unverändert Rahmen-Bodenanlage, ohc-Motor, Fahrschemel, Eingelenk-Pendelachse und Trommelbremse. 80 PS genügen für das kommode Reisen, fur das der 190c ausgelegt ist - die Spitze von 150 km/h stellt in dieser Klasse fürwahr keinen Spitzenwert mehr dar. Im August 1963 erhält der 190c Scheibenbremsen an den Vorderrädern und zwei getrennte Bremskreise. Bereits seit August 1962 gibt es die Vierzylinder-»Flosse« mit der hauseigenen, nicht sonderlich komfortablen Viergang-Getriebeautomatik, bei der ein Planetengetriebe mit einer hydraulischen Kupplung kombiniert ist.
Zwei Monate nach dem Benziner geht die Diesel-Version der »Flosse« in Produktion, zusammen mit dem 180 De. Mit dem Ponton-Auslaufmodell teilt sich der 190 De auch den kultiviert lautenden Vorkammermotor, der hier allerdings - verändert abgestimmt - 55 PS abgibt. Aus der Kriechspur ist dieser Diesel nun ausgeschert: Eine Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h und 29 Sekunden für den Null-auf-hundert-Spurt lassen das 11.100 Mark teure Auto von der Leistungsklasse der Kleinwagen Abschied nehmen - falls man nicht den Diesel mit der Getriebeautomatik kombiniert hatte. Fast zwei Drittel der Flossen-Hundertneunziger sind beim Abschluß der werksoffiziellen Produktionsstatistik anläßlich des Modellwechsels im August 1965 als Diesel ausgeliefert worden -soviele wie nie zuvor bei einer Personenwagen-Baureihe von Mercedes-Benz.
Zur IAA im September 1965 wird Daimlers kleine Flosse einer Verjüngungskur unterzogen,
200 D-Taxe, 1965 am Stuttgarter
Hauptbahnhof fotografiert.

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