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nen 170 H (W 28) mit dem gleichen Motor in Heckanordnung gibt es auch. Diese Aggregate sind mit ihren seitlich stehenden Ventilen und dem Steigstromvergaser reichlich konventionell konzipiert, geben aber sechs PS mehr ab als der - übrigens auch nicht geschmeidiger laufende -Sechszylinder des Vorläufers. Die Höchstgeschwindigkeit wird mit 105 km/h angegeben. Das als »autobahnfest« bezeichnete Dauertempo liegt jedoch wegen der antiquierten gegossenen Weißmetallager der nur dreifach gelagerten Kur-belwelle bei bloßen 95 km/h. Das eigentlich Neue am 170 V ist der hochmoderne, verwin-dungssteif und gewichtssparend konzipierte Ovalrohrrahmen, der als zentrales Doppelrückgrat mit vorderer und hinterer Gabelung zur Aufnahme der Motor-Gctriebe-Kinheit und des Achsantriebs ausgeführt ist. Er sorgt dafür, daß der in seinen Abmessungen richtig erwachsen gewordene Wagen kaum mehr wiegt als sein deutlich kleiner geratener Amtsvorgänger.
Die Karosseric entsteht noch in der gegen Ende der dreißiger |ahre veraltenden Gemischtbauweise: Die Stahlblechstruktur des Aufbaus wird von einem Hartholzgerippe gestützt, die Türen besitzen regelrechte Holzrahmen. Der Radstand des 170 V hat gegenüber dem 170/6 um 25 Zentimeter, die Gesamtlänge gar um 34 Zentimeter zugenommen. Mit 3.850 Mark für die viertürige Limousine ist der 170 V ein konkurrenzfähiges und überaus erfolgreiches Auto. Bis zur kriegsbedingten Produktionseinstellung im Herbst 1942 haben 71.973 Einheiten dieses Typs die Fertigungsanlagen verlassen - so viele wie von keinem Mercedes davor. Ein hoher Prozentsatz dieses beachtlichen Ergebnisses fällt dem Zweiten Weltkrieg zum Opfer - wird von der Wehrmacht verschlissen, verliert sich in den Weiten des Ostens, wird von den siegreichen Armeen requiriert, verschwindet als Beutegut.
Nach den notwendigen politischen und baulichen Aufräumungsarbeiten kann in Un-
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tertürkheim wieder zaghaft an den Autoinubil-bau gedacht werden. Im Juni 1947 - ein Jahr vor der Währungsreform - ist der 170 V wieder da. Die Produktion läuft zögernd an und kommt nur langsam in Schwung. Der Hundertsicbziger entsteht nun zeitgemäß in Ganzstahlbauweise. Die einst reichlich bunte Karosseriepalette ist auf eine einzige Ausführung reduziert worden -die viertürige Limousine. Sonst sind gegenüber der Vorkriegsvcrsion allenfalls Detailänderungen festzustellen. Auch die Motorleistung von 38 PS ist unverändert geblieben. Im Mai 1949 geht der 170 D in Produktion. Das legendäre, unglaublich langlebige und robuste, aber lautstark nagelnde Dieseltriebwerk OM 636 gründet auf dem l ,7-Liter-Ottomotor. Zylinderabmessun-gen, Motorleistung und maximales Drehmoment sind mit den entsprechenden Werten des Benziners identisch, die Spitze liegt - vor allem wegen der Gewichtszunahme - bei 100 km/h. Der vom Werk angegebene und seinerzeit für die Wagenklasse sensationelle Verbrauch von 7,5 1/100 krn ist in der Praxis sogar noch zu unterbieten. Der Dieselmotor ist endgültig in die Mittelklasse eingezogen, nicht mehr bloß auf das Taxi- und Mierwagengcwcrbe beschränkt. Vor allem ist der genügsame Selbstzünder dabei, salonfähig zu werden.
Im Mai 1950 verkörpern 170 Va und 170 Da die erste Modellpflegemaßnahmc der Nachkriegszeit. Der Kofferraum ist nun endlich durch eine Klappe von außen zugänglich. Fahrwerk und Bremsen wurden grundlegend überarbeitet. Durch Vergrößern der Zylinderbohrung stimmen eigentlich die Typenbezeichnungen nicht mehr - beide Versionen sind nun Acht-zehnhunderter. Der Benziner leistet nun 45 PS, um eine Spitze von 116 km/h zu erreichen, der Diesel ist mit 40 PS 105 km/h schnell. Um aus dem Stand auf 100 km/h zu beschleunigen, vergeht beim Da fast eine Minute... Zwei Jahre später folgt ein erneutes Facelifting: 170 Vb bzw. Db kommen im Reigen amerikanisch inspirier-
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770 V »Innenltnker«, 1936. Die
dem Französischen entlehnte Bezeichnung »Limousine« war in jenen Jahren unerwünscht. Zu beachten: die manuelle Klima- anlage in Form der ausstellbaren Windschutzscheibe. |
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