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dar wurden die schwäbischen Mittelkläßlcr nicht zuletzt durch ihren charakteristischen Spitznamen, mit dem sie von jeher betitelt werden: »Strich-Acht«. Dieser volkstümliche Übername beruht schlicht und einfach auf dem Schrägstrich und der Acht hinter der jeweiligen Typenbezeichnung, beispielsweise 200 D/8 oder 250/8. Dieses ungewöhnliche Suffix steht aus nicht ohne weiteres nachzuvollziehendem Grund für das Erscheinungsjahr 1968 und wurde auch den S-Klasse-Vorläufern der Modellreihe W 108/109 zuteil.
Mit den Strich-Achtern setzt Daimler-Benz 1968 in mehrfacher Hinsicht Akzente und spricht bei der Modellvorstellung unentwegt von der »Neuen Generation«: Zum einen entspricht das Fahrwerk der neuen Mittelklasse nun dem aktuellen Stand der Technik. Nach mehr als dreieinhalb Jahrzehnten hat man sich von der zuletzt hochentwickelten und durchaus konkurrenzfähigen Pendelachse verabschiedet und einer zeitgemäßen Schräglcnker-Konstruktion zugewandt. Zum anderen zeigen die neuen Autos nach der stilistisch in deutlichem Maße transatlantisch beeinflußten, schwer und behäbig wirkenden Heckflossengcncration (W 110 bis W 112) nun ein wesentlich grazileres, im Sinne einer latin beauty etwas südländisch anmutendes Design. Die Abmessungen sind bei noch immer
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großzügigen Platzvcrlailtnissen im Interieur und Kofferraum kompakter geworden - angesichts der zunehmenden Verkehrsdichte in Europa sicher kein Fehlgriff.
Mehr als l ,9 Millionen Fahrzeuge dieser Baureihe werden ausgeliefert — mehr als dreimal soviel als von den flossentragenden Vorgängern und nur ein Viertel weniger als von der weitaus vielköpfigeren Nachfolgcreihe W 123, die immerhin erstmals um eine komplette Kombifamilie ergänzt wird. Natürlich schwimmen die Strich-Achter im anschwellenden Strom des Wohlstandes der ausgehenden sechziger Jahre mit und markieren damit den ersten großen Aufschwung der Mercedes-Mittelklasse. Genau genommen sind sie echte Kinder des Wirtschaftswunders, das nun seinen Höhepunkt erreicht hat. Nun kann die allenthalben präsente Sehnsucht vom eigenen Mercedes von breiten Schichten realisiert werden - nicht nur vom gehobenen Mittelstand aufwärts. Nun sitzen auch Leute hinter dem Stern, die nicht unbedingt zur besitzenden Klasse zu zählen sind. Der »kleine Mann« zeigt, daß auch er es »geschafft« hat.
Die Limousinen und Coupes der Baumuster W 114 und W 11 5 machen ihre Eigner auch in zweiter, dritter, vierter und letzter Hand zu durchwegs glücklichen und zufriedenen Autofahrern, denn sie kennen keine Kinderkrankhci-
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Typ 220 (W II5), Jahrgang 1968,
irgendwo in Belgien. |
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