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ten, sind hervorragend verarbeitet und erweisen sich im Alltagsbetrieb als unkompliziert und in hohem Maße als zuverlässig. Der dümmliche neudeutsche Ausdruck »Premium Cars« existiert zwar Ende der sechziger Jahre noch lange nicht, in Deutschland — wenn nicht sogar weltweit — werden die automobilen Qualitätsstandards aber schlicht und einfach von Wagen des Fabrikats Mercedes-Benz gesetzt. BMW, Audi und Jaguar sind von diesem Nimbus der Gediegenheit noch mehr oder weniger weit entfernt. Bei BMW wird damals eher der sportliche Charakter der Produkte betont - man kauft die Münchener Limousinen »aus Freude am Fahren«. Audi ist noch dabei, sich aus der bläulichen Zweitakt-Gemischwolke heraus zu emanzipieren. Und Jaguar kämpft trotz des ansehnlichen Images der britischen Traditionsmarke mit massiven Qua-litätsproblemcn. Der Erfinder des Automobils aber setzt auf kompromißlose, zuweilen sterile Solidität und Haltbarkeit.
Nicht zuletzt deshalb werden die Diesel-Versionen der Strich-Acht-Reihe - gut die Hälfte der Limousinen - zum typischen Taxi schlechthin. Die einzigen Probleme dieser erfolgreichen Modellfamilie heißen Rost, Rost und abermals Rost - zumindest bis zum Modelljahr 1972. In dieser Hinsicht sind die Sterne jener Zeit keinen Deut besser als das Gros ihrer Konkurrenten -die schwedischen Volvos der 140er Reihe, bei denen schon frühzeitig verzinkte Karosseriebleche zum Einsatz kommen, einmal ausgenommen.
Trotz ihrer sprichwörtlichen Korrosionsanfälligkeit weisen die Strich-Achter eine überdurchschnittlich hohe Überlebensrate auf, die sie zum objet d'art, zum Sammlerstück schlechthin prädestiniert. Spitzenreiter sind dabei erwartungsgemäß die Coupes, die ihren Liebhaberstatus nie verloren haben. Sie belegen in der Statistik der Hinterbliebenen-Anteile die Plätze l bis 4, gefolgt von den Volumenmodellen 200 D und 200 auf den Rängen 5 und 6. Die Schlußlichter bilden die Sechszylinder-Typen 250 und 280.
Daß fast ein Vierteljahrhundert nach ihrem Produktionsende noch derart viele Strich-Achter das Verkehrsbild beleben, liegt zum einen an der liebevollen Pflege, die den alles andere als billigen Wagen von langjährigen Erstbesitzern zuteil wurde. Zum anderen sind dabei die ausgeprägte Haltbarkeit von Triebwerk, Kraftübertragung und Fahrwerk und die überaus solide Verarbeitung des Polsterabteils in Betracht zu ziehen. Die Langlebigkeit sämtlicher nicht gerade aus Tiefziehblechen bestehenden Komponenten ließ von jeher auch umfangreichere Schweißarbeiten an der Bodengruppe oder den Austausch der relativ preisgünstigen Blechpreßteile wie Kotflügel und Türen lohnend erscheinen. Auf dem Schrottplatz oder beim Autoverwerte r landeten die Strich-Acht-Typen erst, wenn sie an allen Elementen von Mattigkeit und Altersschwäche befallen waren oder bei der Hauptuntersuchimg für klinisch tot erklärt wurden und bei einer grundlegenden Rekonstruktion ein wirtschaftliches Fiasko zu erwarten war. Je größer die Anzahl der Vorbesitzer und je bescheidener die Mo-
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torisiciung, desto giölsci wurde die Wahrscheinlichkeit einer derart definitiven Fügung. Gut ausgestattete Sechszylinder blieben auch in hohem Alter weitgehend verschont. Die stets gesuchten und niemals richtig billigen Coupes ereilte dieses natürliche Schicksal noch seltener, obwohl sie den metallischen Neoplasmen nicht weniger als die Limousinen ausgeliefert waren. Sie fuhren allenfalls bei kapitalen Unfallfolgen zum großen Autohimmel auf.
Die beträchtliche Survival-Quote der Bau-
muster-Sippen W 114/115 ist auch eine Folge |
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Ein 220 vor dem Hintergrund
Brüsseler Gotik. |
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In Frankreich haben besonders
viele Wagen der Duppclbaiireihe W114/115 überlebt. Hier ein 240 D 3.0 in Vichy - bis auf die Alurad-lmitate in hervorragendem Originalzustand. |
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