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Der Fünfling: Ein Fünfzylindermotor war seinerzeit im Pkw-Bau nicht nur neu, sondern eine Weltrevolution im mittlerweile altgedienten 68er.
Die Kurbelwelle des OM 617.910 war sechsfach in Leichtmetallschalen gelagert. Interessant war die Problemlösung der Kurbelwellenkröpfung beim Fünfzylinder durch die Daimler-Benz-Ingenieure: Stehen beim Vierzylinder die Kurbeln immer paarweise in einem Winkel von l 80° und bei einem Sechszylinder in einem Winkel von 120°, so lautet für den Fünfzylinder die Rechnung 360° : 5 = 72°. Bei einem Vierzylinder liegen die Kröpfungen der Kurbelwelle also in einer Ebene und beim Sechszylinder in drei Ebenen. Der Fünfzylinder hingegen braucht für jeden Zylinder ei-
nen anderen Kröpfungswinkel. Das bedeutet wiederum, daß er aufgrund physikalischer Eigenschaften etwas unruhiger läuft als Motoren mit paarweiser Zylinderanordnung, bei denen sich die Massenkräfte annähernd aufheben. Auf den Ausgleich der bewegten Massen legten die Konstrukteure demzufolge ein besonderes Augenmerk und sie hatten ihre Hausaufgaben gut gemacht. Die Massenkräfte erster und zweiter Ordnung wurden völlig ausgeglichen und bei den Momenten wurde ein sehr guter Kompromiß gefunden. Der OM 617 überzeugt sowohl im Leerlauf, als
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